Franky Tunes... DJ aus dem hohen Norden
1990 startete er seine Karriere als Resident DJ im Norden der Republik. Ca. zehn Jahre später veröffentlichte er seine ersten eigenen Produktionen. Ersten Erfolg hatte er mit seiner Single „Creation“ im Jahre 1999. Danach kamen Projekte, wie „Topmodelz“ mit DJ Pulsedriver und „Starsplash“ mit Charly Lownoise. Heute ist Franky Tunes in der Szene ein absoluter Top-DJ, der die Tanzflächen füllt und für Partystimmung sorgt.
Hallo Frank, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, für uns und die Hörer von 54house.fm ein paar Fragen zu beantworten.
Kannst du dich noch an deine Anfänge erinnern, als du mit dem DJing begonnen hast? Wie kam es überhaupt dazu, dass du dich entschieden hast DJ zu werden?
Also an jedes kleine Detail kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern. Ich war ganz früher Drummer in einer Band, wir haben kleine Auftritte in Kneipen und auf Abi Bällen gemacht, überwiegend Rock Musik gespielt und mit elektronischer Musik hatte ich ziemlich wenig am Hut.
Da wir quasi eine Schülerband waren, haben wir auch kaum Geld gehabt, um mal neue Geräte anzuschaffen.
Da kam dann ein Drummer-Wettbewerb in der Disco „Sky“ in Neumünster und meine Kumpels haben mich damals dort einfach angemeldet, weil der Sieger ein Preisgeld von 400.- DM bekam und wir dringend einen neuen Verstärker brauchten. Ich habe mich dann überreden lassen dort mit zu machen und habe da tatsächlich diese 400.- DM gewonnen. Dann kam der Betreiber der Disco auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mir etwas Geld zu verdienen und als Lightjockey zu arbeiten. Da ich damals erst 17 war und noch keinen Führerschein hatte, musste ich das mit meinen Eltern abstimmen, die mich dann dort immer hin gefahren haben. So war ich dann dort als LJ tätig und kam dann auch dazu mich für die elektronische Musik zu interessieren und mich mit dem Mixing zu beschäftigen. Dann durfte ich irgendwann mal die erste oder letzte Stunde auflegen. Nach 2 Jahren war ich dort dann einen Tag am Wochenende Resident Dj und nach kurzer Zeit auch in einigen anderen angesagten Clubs hier im Norden unterwegs. So kam’s :O)
Als DJ ist man ja nicht von Anfang an erfolgreich, sondern es ist ein langer Weg und ein Stück Arbeit. Anfangs, wenn man hier und da mal auflegt, kann man von den Gagen nicht leben. Was hast du damals beruflich gemacht bzw. erlernt?
Ich habe, bevor ich angefangen habe aufzulegen, Fliesenleger gelernt und während der Lehre schon nebenbei aufgelegt, was natürlich echt hart war. Am Wochenende aufgelegt, in der Woche gearbeitet, also kaum Zeit zur Erholung.
Aber wenn man jung ist und Spaß dran hat, steckt man so einiges weg.
Wo wir gerade von deinen Anfängen als DJ sprechen. Hättest du damals gedacht, dass du so erfolgreich und bekannt in diesem Geschäft sein würdest?
Nein, das hatte ich auch gar nicht als Ziel.
Ich habe einfach aufgelegt, weil ich riesigen Spaß daran hatte und etwas Geld nebenbei war ja auch nicht schlecht.
Ich habe auch zwischendurch echt die Zeit mit der Band vermisst, daran hatte ich ja auch so viel Spaß, leider aber kaum noch Zeit dafür.
Zusammen mit DJ Pulsedriver und Charly Lownoise startete das Projekt „Topmodelz“ mit der Single-Veröffentlichung „Strings of Infinity“. 2001 wurde dann mit Charly Lownoise „Starsplash“ ins Leben gerufen. Trotz großer Erfolge hast du dich entschieden zur Zeit solo aktiv zu sein. Könntest du dir wieder eine Zusammenarbeit mit irgendeinem DJ-Kollegen vorstellen?
Also die Zeit mit Tibby und Charly war definitiv ne coole Zeit, wir haben auch immer noch Kontakt und verstehen uns gut.
Mit Charly würde ich sicher heute noch Musik machen, aber er hat seine Prioritäten verlagert und macht nur noch ab und zu mal Musik und dann eher zum Spaß.
Ich arbeite ja auch nicht alleine, sondern habe einen Partner und guten Freund mit dem ich im Studio zusammen arbeite. Wir machen außer unseren „Solo Geschichten“, die wir auch zusammen produzieren, auch Projekte unter gemeinsamen Pseudonymen.
Ole und ich, machen quasi alles zusammen und bringen die Sachen dann unter verschiedenen Namen raus, wie gesagt auch mit gemeinsamen Projekten wie z.B „Franky Tunes & O.v.D“, welches bei Tiger Records veröffentlicht wird, sind wir am Start.
Wir verstehen uns mega und sind neben Partnern auch richtig gute Freunde .
Außerdem produzieren wir auch Tracks mit anderen DJ’s und Produzenten zusammen. So haben wir z.B in jüngster Vergangenheit auch Tracks mit Andreas (CJ Stone) oder Sven Greiner (DJ Shog) zusammen gemacht, die dann unter verschiedenen Pseudonymen raus kommen, das macht riesen Spaß.
Deine letzte veröffentlichte Single war „Computerliebe“ (Starsplash). Hast du in naher Zukunft neues Releases oder Remixe in Planung? Oder sind es eher ganz andere Projekte?
Wir arbeiten natürlich auch weiterhin an einer neuen Starsplash Single, es kommen nun bald aber auch eine neue „Ole van Dansk“, eine neue „Dirty Dansk“ eine neue „Franky Tunes“ und eine neue „Franky Tunes & O.v.D.“ raus.
Wir haben mit „Los Americanos“ ein neues House-Projekt am Start, wo wir gerade das Video dazu gedreht haben und auch ein paar Remixe kommen in Kürze unter verschiedenen Namen raus.
Du hast eine Menge Singles raus gebracht, an deren Erfolg du beteiligt warst, wie z.B. „Wonderful Days“ (2001) oder „Free“ (2002). Gibt es eine Single, die du schon so oft gehört und gespielt hast, dass du dich daran „sattgehört“ hast und heute nicht mehr so magst?
Also grundsätzlich ist es natürlich so das man sich auch mal den ein oder anderen Track überhört, schließlich hat man sich den Titel, wenn er fertig ist, schon tausend mal rein gezogen.
Wenn man dann aber am Wochenende auflegt und sieht das der Track bei den Leuten gut ankommt (egal wie alt), hat man doch wieder total Bock drauf, weil man sieht wie die Leute drauf abgehen.
Es entsteht ein komplett anderer Eindruck als wenn man den Track für sich alleine hört, das macht dann riesigen Spaß.
Aber dennoch gibt es auf jeden Fall Tracks die man immer mag und welche die man nach ner Zeit nicht mehr so mag.
Kannst du uns verraten, wie so ein Tag bei dir als DJ aussieht? Welchen Platz hat das DJing in deinem Leben eingenommen?
Also das Wochenende ist fast immer mit dem Auflegen verplant, ansonsten arbeiten wir 4 mal die Woche ganz normal im Studio.
Wir fangen gegen 9 Uhr an und arbeiten dann meist so bis 18 Uhr.
Ab und zu ist auch mal eine Nachtschicht dabei.
Als DJ bist du beruflich sehr viel unterwegs und zeitlich sehr eingebunden. Das Reisen steht auf der Tagesordnung. Verreist du denn gerne und kannst das auch genießen oder ist das Reisen nur ein übler Beigeschmack deines Berufes?
Ach es kommt ganz drauf an, mittlerweile ist es aber so, das ich, wenn die Möglichkeit besteht, meistens nach dem Gig wieder nach Hause fahre. Wenn ich mal mit dem Flieger unterwegs bin, geht das natürlich nicht.
Es ist aber wie in fast allen Dingen so, dass es mal mehr oder mal weniger Spaß macht.
Neben den alltäglichen Bedürfnissen, wie essen und schlafen, gibt es ja auch noch viele andere tagesfüllende Aktivitäten, wie z.B. private Kontakte pflegen. Wie sieht das bei dir aus? Was machst du in der Zeit, wenn du nicht gerade mit der Musik beschäftigt bist?
Ich wohne seit einem Jahr in einem kleinen Dorf, das ich schon lange kenne, weil ich hier seit 10 Jahren Fußball spiele.
Ich fühle mich sehr wohl hier und habe ne Menge Kumpels hier vor Ort.
Wenn es zeitlich klappt, gehe ich dienstags und donnerstags zum Fußball Training, das ist eigentlich mein größtes Hobby.
Ansonsten treffe ich mich viel mit Freunden oder gehe mit Ole angeln.
Jeden 1., 3. und 5. Samstag im Monat präsentierst du in „54 Clubbing“ angesagte Tracks aus den Clubs bei 54house.fm. Auch warst du bei der „Fiesta del Sol“ auf Ibiza im Mai 2011 dabei und bist regelmäßig bei 54house-Veranstaltungen anzutreffen. Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit 54house.fm gekommen?
Eigentlich durch einen Zufall!
Ich hatte CJ Stone bei mir zu Besuch, der mich gebeten hat etwas für Casa hoch zu laden, er gab mir die Email Adresse und ich habe Casa dann den Link von Andreas geschickt.
In der Antwort von Casa stand dann „danke Franky, aber wo ich dich schon mal an der Strippe habe, wie sieht es denn eigentlich mit dir aus, hast Du nicht Lust eine Sendung bei uns zu machen!.
Das war’s im Prinzip schon. Drei Wochen später habe ich meine Sendezeit bekommen, seitdem mache ich die Sendung „54 Clubbing“.
Es macht mir riesigen Spaß, ich habe ne Menge netter Leute kennen gelernt bei 54 house und einige neue Freunde gefunden.
Zum Verständnis für unsere Hörer...“Casa“ ist einer der Chefs vom Sender.

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